Bei Almen (bayerisch-österreichisch) oder Alpen (alemannisch) handelt es sich um dynamische Landschaften mit stark gestörten Flecken. Nutzungs- und Regenerationsperioden sind sehr kurz: beweidet wird je nach Höhenlage nur wenige Tage bis Wochen, ungenutzt sind die Flächen während dem noch kürzeren Rest der Vegetationsperiode (und dem Winter). Veränderungen der Vegetation durch Beweidung hängen dabei sehr stark von der Art der Viehhaltung (Koppelhaltung, freier Weidegang, Umtriebsweide) und Intensität der Beweidung ab. Zum einen hält eine regelmäßige Beweidung den Baum- und Krummholzwuchs zurück und wird deshalb in der Landschaftspflege eingesetzt, zum anderen verändert das Vieh durch Tritt und starker Düngung durch den Kot den Magerrasencharakter der Wiesen. Diese Eutrophierung ist besonders bei Koppelhaltung von Schafen und an den von nicht gehüteten Schafen bevorzugten Lägerplätzen sehr stark und schädlich.


Der Schwerpunkt der bayerischen Alpwirtschaft liegt im Landkreis Oberallgäu, mit 44,5% der Almen und 45,2 % der Lichtweideflächen. Im gesamten Schutzgebiet Allgäuer Hochalpen ist die Alpwirtschaft heute als relativ intensive landschaftsprägende Grenzlagennutzung verbreitet. 4578 ha (22 % der Fläche) werden aktuell alpwirtschaftlich genutzt, 25 % der Alpflächen liegen oberhalb 1800 m.